Einführung

Dies ist der letzte Teil der Reihe „Hauptverhandlung als Angeklagter im Strafverfahren“.

Im ersten Teil habe ich Ihnen erläutert, wie Sie sich auf eine mündliche Hauptverhandlung im Strafverfahren vorbereiten können:

Hauptverhandlung als Angeklagter im Strafverfahren: Teil 1 – Die Vorbereitung

Im zweiten Teil geht es um den Ablauf der Hauptverhandlung:

Hauptverhandlung als Angeklagter im Strafverfahren: Teil 2 – Ablauf der Verhandlung

In diesem letzten Teil gehe ich darauf ein, was Sie bei der mündlichen Hauptverhandlung zu beachten haben. Abschließend gebe ich Ihnen noch einige nützliche Tipps, die Sie auf jeden Fall beachten sollten.

Hauptverhandlung als Angeklagter im Strafverfahren: Teil 3 - Tipps - Strafverteidiger | Rechtsanwalt Steinhauer aus Trier

Bildquelle: Edward Lich auf Pixabay

Stand: 23.10.2020

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Verhaltenstipps für die Hauptverhandlung

Viele der folgenden Tipps sollten selbstverständlich sein. Dennoch beweist die Praxis, dass viele den einfachsten Punkten keine Beachtung schenken und schon daher Sympathiepunkte verschenken. Bedenken Sie immer, dass der Richter frei in seiner Urteilsbildung ist und viel Spielraum beim gesetzlichen Strafmaß hat. Der Richter ist auch nur ein Mensch und lässt sich, wie jeder andere auch, von Kleinigkeiten beeinflussen. Eine grundsätzliche Höflichkeit und ein gutes und respektvolles Auftreten schaffen einen guten ersten Eindruck, der sich auf das Urteil auswirken kann.

  • Kleiden Sie sich ordentlich

    Man kann es nicht oft genug sagen. Der erste Eindruck ist ungemein wichtig. Sie müssen sich nicht verkleiden und wenn es nicht Ihrer Natur entspricht, tragen Sie kein Kostüm oder einen Anzug. Jedoch sollten Sie keine zerrissene und schmutzige Kleidung tragen und auch nicht den „Gangster“ der Straße darstellen.

  • Kommen Sie pünktlich

    In der Regel wartet der Richter einige Minuten auf den Angeklagten, ansonsten wird er für einen neuen Termin eine Vorführung / Haftbefehl anordnen. Dies ist nicht nur ärgerlich für Sie, sondern auch für den Richter, der in seinem stressigen Berufsalltag Ihretwegen Zeit vergeudet hat. Das schafft schon, zumindest unterbewusst, eine Voreingenommenheit gegen Sie, die sich leider auch gelegentlich im Urteil wiederfindet.
    Falls Sie aus gesundheitlichen oder anderen WICHTIGEN Gründen nicht zur Verhandlung kommen können, sagen Sie rechtzeitig vor der Verhandlung ab.

  • Erheben Sie sich, wenn der Richter den Raum betritt

    Dies zeigt eine Respektsbekundung gegenüber dem Gericht und Sie sollten dem auf jeden Fall nachkommen. Ein nicht befolgen dieser Regel verärgert den Richter und das sollten Sie auf jeden Fall vermeiden.

  • Kauen Sie kein Kaugummi

    Dazu ist wohl nicht mehr zu sagen.

  • Nehmen Sie die Kopfbedeckung ab

    Nehmen die alle nichtreligiöse Kopfbedeckungen vom Kopf.

  • Sprechen Sie den Richter korrekt an

    Wenn Sie das Wort an den Vorsitzenden richten, nennen Sie diesen „Frau/Herr Richter/in“ oder „Frau/Herr Vorsitzende/r“. „Euer Ehren“ oder „Hohes Gericht“ ist in Deutschland nicht üblich.

  • Sprechen Sie während der Verhandlung nur, wenn das Wort an Sie gerichtet wird

    Sie sollten auf jegliche Zwischenrufe, Kommentare oder Bemerkungen verzichten. Wenn Sie das Gefühl haben, etwas zu der Aussage eines Zeugen hinzuzufügen oder eine Klarstellung abgeben zu müssen, bleiben Sie ruhig. Fragen Sie ihren Strafverteidiger, der neben Ihnen sitzt, wenn Sie sich unsicher sind.

  • Stehen Sie bei der Urteilsverkündung auf

    Unterlassen Sie auch jegliche Kommentierung des Urteils und sprechen Sie dem Richter nicht dazwischen. Auch wenn Sie verurteilt werden sollten Sie nichts sagen, dass als Bedrohung oder Beleidigung verstanden werden könnte. Dies könnte weitere rechtliche Konsequenzen bedeuten.

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