Einführung

Die Straftatbestände im Betäubungsmittelstrafrecht unterscheiden regelmäßig zwischen der Menge. Hier finden Sie eine kurze Übersicht über die verschiedenen Mengenbegriffe im Strafrecht.

Das Strafrecht kennt drei verschiedene Mengenbegriffe, wenn es um Drogendelikte geht. Die Menge der Drogen, mit denen der Betroffene Umgang hatte, machen einen erheblichen Unterschied bei der Art des Deliktes und auch beim  Strafrahmen.

Dabei gibt es in der Regel keine klaren Gewichtsregelungen. Die Menge der aufgefundenen Drogen richtet sich in der Regel nach dem Wirkstoffgehalt.
20 Gramm „gutes“ Marihuana mit einem hohen THC Gehalt ist eine andere Menge als 20 Gramm Marihuana mit einem geringen THC Gehalt.

Der Gesetzgeber unterscheidet dabei zwischen „geringer Menge“, „Nicht geringer Menge“ und einer normalen Menge. Die Mengenangabe für eine „geringe Menge“ und eine „nicht geringe Menge“ werden durch die Rechtssprechung bestimmt. Die normale Menge ist dann jeweils der Wert zwischen den festgelegten Mengenangaben.

Stand: 09.04.2021

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Grundlegendes

Eine Übersicht über die Straftatbestände im Betäubungsmittelstrafrecht finden Sie hier:
https://rechtsanwalt-steinhauer.de/strafverteidiger/btm-drogendelikte/

Die normale Menge ist alles was mehr als eine „geringe Menge“ und weniger als eine „nicht geringe Menge“ ist. Da es sich um mehr als eine „geringe Menge“ handelt, ist dies nicht mehr als Bagatelldelikt zu behandeln und eine Absehung der Bestrafung gem. § 29 Abs. 5 BtMG nicht mehr möglich.

Bei einer „geringen Menge“ kann dagegen, selbst beim Vorliegen aller Veruteilungsvoraussetzungen von einer Strafe abgesehen werden. Jedoch ist dies nur eine Ermessensvorschrift für das Gericht. Die Behandlung ist von Gericht zu Gericht und von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.

Bei einer „nicht geringer Menge“, liegt regelmäßig ein Verbrechen vor. Das heißt, dass eine Freiheitsstrafe von über einem Jahr droht.

Grenzwerte „geringe Menge“

Als Faustformel liegt eine geringe Menge noch bei ca. 3 Konsumeinheiten vor. Eine Konsumeinheit richtet sich nach dem Verbrauch eines durchschnittlichen Konsumenten ohne hohe Gewöhnungstoleranz.

Gerichte haben bei den vorliegenden Fällen eine „geringe Menge“ angenommen:

  • Amphetamin: 150 mg (Base)
  • Cannabis: 45 mg10 THC
  • Heroin: 30 mg (Heroinhydrochlorid)
  • Kokain: 99 mg (Kokainhydrochlroid)
  • Methamphetamin: 75 mg13 (Base)
  • Methylen-Dioxy-Amphetamin (MDA), Methylen-Dioxy-Ethyl-Amphetamin (MDE), Methylen-Dioxy-Meth-Amphetamin (MDMA): jeweils 360 mg (Base)
  • Morphin: 90 mg15 (Morphinhydrochlorid).

Grenzwerte „nicht geringe Menge“

Gerichte haben bei den vorliegenden Fällen eine „geringe Menge“ angenommen:

  • Amphetamin: 10 g (Base)
  • Cannabis: 7,5 g THC
  • Heroin: 1,5 g (Heroinhydrochlorid)
  • Kokain: 5 g (Kokainhydrochlorid)
  • Ecstasy: 35 g (MDE-Hydrochlorid)
  • LSD: 6 mg Wirkstoff
  • Morphin: 4,5 g (Morphinhydrochlorid)
  • Psilocin: 1,2 g

Fazit

Die genannten Mengen stellen nur Richtwerte dar. Das BtMG kennt keine genauen Werte und die Gerichte sind grundsätzlich frei in Ihrer Beurteilung.

Wenn bei Ihnen Drogen aufgefunden werden, sollten Sie sich schnellstmöglich an einen Strafverteidiger wenden. Selbst wenn nur eine geringe Menge gefunden wird, kann Ihnen einen Strafverteidiger dabei helfen, die Angelegenheit schnell zu beenden. Bei größeren Mengen, droht eine längere Haftstrafe, sodass Sie in diesem Fall immer fachkundige Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

Wenn bei Ihnen eine Wohnungs- oder Hausdurchsuchung stattgefunden hat, empfehle ich Ihnen auch folgenden Artikel:
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Wenn Sie Hilfe bei der Klärung eines Drogendeliktes benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

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